Skicross: tödlicher Unfall an First

 

Es hat mich hart getroffen, als ich heute vom tödlichen Unfall beim Skicross WC an der First erfahren habe.

Nick Zoricic, ein 29 jährige Kanadier aus Toronto flog beim Zielsprung zu weit nach rechts, neben dem aufblasbaren Zielgate vorbei, direkt ins B-Netz und blieb regungslos liegen.

Ich denke, dass ihr wohl alle das Video auf youtube gesehen habt und verzichte aus Pietätsgründen darauf, es hie einzubetten.

Ich kannte den Skifahrer nicht persönlich, er scheint aber seit mehreren Jahren vorne im Skicrosszirkus mitzufahren, war aktuell 15. im WC-Gesamtranking und Mitte Januar auf dem Podest beim WC in Contamines (Frankreich). Bei den Olympischen Spielen von Vancouver wurde er Achter.

Unschlagbar ist wieder einmal der Blick, der in der Onlineausgabe bereits die Diagnose Genickbruch nennt, bevor der Verstorbene überhaupt obduziert wurde. Bekannt ist bisher nur das Schädelhirntrauma, welches als Todesursache herangezogen wird.

Als Sportler war mein erster Gedanke: „Fahrfehler!“. Wie kann es sein, dass man bei einem Sprung, welchen man schon mehrfach befahren ist (Trainings, Timetrials etc.) sich so extrem verschätzen und neben dem Ziel vorbeibringen. Klar, er lag an dritter Stelle und wollte sich unbedingt im Sprung an die zweite, Qualifikanten-Position vorschieben und auf dem Video sieht man die Sprunganfahrt nicht.

Im Internet überwerfen sich in diversen Blogs nun schon die Schimpftiraden über die Organisatoren, welche zu wenig Sturzraum geschaffen hätten. Ich bin sicher, dass sie von der FIS abgeklärt wird und will deshalb sicher nicht vorschnell urteilen.

Schlussendlich wissen wir aber alle, dass Sportarten wie Skicross, aber auch Freeriden, Speedflyen etc. Risikosportarten mit hohen Tempi sind, bei denen sich die Athleten an ihren Grenzen bewegen. Beim Skicross verschärft der direkte Kampf Mann-gegen-Mann die Sache natürlich – es ist ein Kontaktsport.

In den Medien werden solche Sportarten meist grosszügig beiseite gelassen. Wenn es dann aber einen Unfall gibt, häufen sich die Berichte von Journalisten, welche vom Sport keine Ahnung haben und aus reiner Sensationslust heraus mit Vermutungen und Übertreibungen hantieren.

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SF Ski Experte

Über den Unterhaltungswert von Damen Skirennen lässt sich ja streiten. Wenn, wie in dieser Saison das halbe Schweizer Team rekonvaleszent ist, gleicht der Spannungsbogen nach den Fahrten von Lindsay Vonn einer Achterbahn Talfahrt.
Neben der fehlenden Attraktivität und Spannung sorgen aber vor allem die Kommentare des SF „Experten“ dafür, dass ich nach wenigen Minuten die Mute-Taste drücken muss, um nicht komplett durchzudrehen. Es leuchtet mir ja ein, dass unser Staatsfernsehen nach Russi-National -„dä chat das!“ – auch für die Damenrennen einen fachkompetenten Schnurri sucht. Es ist mir aber ein Rätsel, wie der ehemaliger Toptrainer Michi Bont derart diletantische und falsche Einschätzungen über den Äther lassen kann. Klar ist ein Skitrainer kein ausgebildeter Moderator. Aber nachdem wir den Typen nun bereits 3 Jahren mit Steuer- und Gebührengelder finanzieren, dürfte mann meines Erachtens schon erwarten, dass er einmal einen Deutsch- und Rhetorikschnellkurs besucht, um seine falschen Prognosen und fraglichen Analysen mindestens in verständlichen, ganzen Sätzen rüber zu bringen.

Mit Marco „Büxi“ Büchel wäre ein super Experte verfügbar, der nun seine unterhaltenden und treffenden Kommentare der deutschen Konkurrenz zur Verfügung stellt.

Ich rechne aber nicht damit, dass wir vom SF bald eine Umbesetzung erwarten dürfen. Roger de Weck wird sich als elitäres SF-Oberhaubt wohl nie eine Damen Skirennenübertragung antun, um die gravierenden Missstände zu erkennen, sondern kümmert sich lieber darum sozialistische Europaturbos für die sonntäglichen Sternstunden zu engagieren.