Managed-Care Abstimmung

Die Managed Care Abstimmung steht vor der Tür…

doc_and_money

Da ich, aufgrund meiner risikobehafteten Freizeitbeschäftigung viel zu oft ärztliche Dienstleistungen in Anspruch nehmen muss (…!), aber auch weil mich – wie wohl die meisten Eidgenossen – die jährlich steigenden KK Prämienrechnungen in den Wahnsinn treiben, halte ich diese Thematik für sehr wichtig.

Um was geht es?

Heute ist es so, dass es für alle Leistungen der Grundversicherung einen Vertragszwang zwischen den KKs und allen Ärzten gibt. Das heisst, jede Behandlung, die man von einem frei wählbaren Arzt in Anspruch nimmt wird von der KK gedeckt, unabhängig davon, ob diese richtig, nötig oder effektiv ist.

Seit Jahren gibt es in den meisten Kantonen Managed Care Modelle. Dabei schliessen sich Ärzte (Grundversorger und Spezialisten) zu einem Netzwerk zusammen und schliessen als Gruppe Verträge mit den KKs ab. Die Behandlungen werden durch einen Vertrauensarzt (normalerweise Hausarzt / Allgemeinmediziner) „gemanaged“. Das heisst dieser überweist die Patienten, falls notwendig an einen Spezialisten weiter. Durch die koordinierten Behandlungsabläufe erhoffen sich die Netzwerke eine höhere Effektivität und dadurch eine bessere Kosteneffizienz, welche die KKs den Netzwerken vergüten.

Die Initianten haben die Kosteneffizienzsteigerung (bis 50%) von Managed Care Modellen erkannt und wollen diese nun mit einem neuen Gesetz zum Standard machen. Konkret sollen Patienten, welche sich keinem MC Netzwerk anschliessen wollen ca. 20% höhere Prämien bezahlen.

Freie Arztwahl…?

Die Gegner der Vorlage argumentieren in erster Linie damit, dass durch das neue Gesetz die freie Arztwahl nicht mehr gegeben sei. Das ist natürlich ein heikler Punkt. Auch mir ist es sehr wichtig, dass ich in jedem Fall von dem Spezialisten behandelt werde, den ich für den Besten halte.

Dies ist aber auch unter MC gegeben! Der einzige Unterschied ist, dass Leistungen, welche Spezialisten erbringen, welche einem Netzwerk nicht angehören, diesem höhere Kosten verursachen und deshalb von den koordinierenden Ärzten nur hinzugezogen werden, wenn dies wirklich nötig ist und es im Netzwerk kein Spezialist dieser Fachrichtung existiert. In mehreren Gesprächen mit Ärzten wurde mir aber versichert, dass ein begründeter Wunsch eines Patienten immer berücksichtigt werden würde!

Ein Gesetz mehr – oder eines weniger…?

Ihr merkt wohl, dass ich den Inhalt der Vorlage unterstütze. Als liberaler Mensch setze ich jedoch immer ein grosses Fragezeichen, wenn es darum geht über ein neues Gesetz die Freiheiten der Bürger einzuschränken.

Ich bin davon überzeugt, dass Managed-Care die richtige Lösung ist, um unser Gesundheitssystem besser und kosteneffizienter zu machen. Anstatt die Prämienzahler durch ein Gesetz zu bevormunden, könnte man jedoch an der Wurzel des Problems ansetzen und DEN VERTRAGSZWANG ZWISCHEN DEN KASSEN UND ALLEN ÄRZTEN ABSCHAFFEN!!!

Die De-Hallersche FMH würde dadurch ihre Daseinsberechtigung verlieren und die Ärzte müssten sich alleine (bzw. in Netzwerken!) darum kümmern, ihre Kosten durch die KKs decken zu lassen. Dies würde ineffiziente Spezialisten abstrafen, jedoch effiziente Netzwerke fördern. Den Prämienzahlern bliebe die freie Wahl!

Mein Fazit

Ich weiss immer noch nicht, ob ich für oder gegen die Initiative stimmen werde. Es ist immer eine heisse Nummer etwas „gutes“ abzulehnen, in der Hoffnung, dass daraus etwas „noch besseres“ resultiert. Denn ich zweifle etwas daran, dass die überstarke KK-Lobby in Bundesbern aus einem Nein den Schluss zieht, diesen Vertragszwang mit den Ärzten endlich aufzuheben.

Was denkt ihr dazu?

Advertisements